"Legal schläft es sich besser" auf www.fnp.de

 

Frankfurter Neue Presse vom 08.11.2016

 

Bettina Branwen Silz hat nach dem Studium der Sozialarbeit und Tätigkeit im IT-Bereich 2004 ihre Firma „Personal Cleaner“ in Frankfurt gegründet und war damit die erste Dienstleisterin dieser Art in Frankfurt. Sie vermittelt Haushaltshilfen, die bei ihr ordnungsgemäß beschäftigt sind. Und sie kennt drei ultimative Gründe – außer der steuerlichen Absetzbarkeit –, eine Putzfrau legal zu beschäftigen:

  • Die legal beschäftigte Kraft verwendet keinen Essigreiniger für den Marmorboden – denn in der Regel sind legale Kräfte besser ausgebildet und kennen sich aus.
  • Man schläft besser: Weil man keine Sorge haben muss, entdeckt zu werden und weil man nicht erpressbar wird – nicht vonseiten der lieben Nachbarn und auch nicht vonseiten der Hilfe selbst.
  • Man schont seine Nerven, weil die Hilfe ebenso versichert ist wie die kostbaren Dinge im eigenen Haushalt, die der Hilfe eventuell herunterfallen könnten.

Aber man müsse zwischen angestellten Hilfen bei Vermittlungsfirmen und jenen unterscheiden, die über Internetplattformen buchbar sind: Diese seien meist selbstständig, blieben oft weit hinter dem Mindestlohn und seien auch nicht unbedingt Fachkräfte. Die fair beschäftigte Hilfe auf Internet-Knopfdruck, das sei eine Mär. elle

3,6 Millionen Putzfrauen in privaten Haushalten                             

Frankfurter Neue Presse

"Reportage: Die gute Perle schweigt" auf www.fnp.de

 

08.11.2016 Von MICHELLE SPILLNER Heute ist "Tag der Putzfrauen". Wir haben eine brasilianische Haushaltshilfe bei ihrer Arbeit begleitet. Rubenilda Maria de Jesus Bröckl schüttelt die Tischdecke im Wohnzimmer ihres Auftraggebers aus, unter dem Arm klemmt die Düse des laufenden Staubsaugers und ein paar Meter weiter steht schon der Putzeimer bereit.

 

Rubenilda Maria de Jesus Bröckl ist allein im Haus. Die Bewohner können noch nicht lange fort sein. Der Restkaffee in der Tasse ist noch warm. Auf dem Esstisch steht ein angegessener Joghurt. Da hat der Junior wohl heute morgen keinen Appetit gehabt. Daneben ein angebissenes Brötchen, Pizzakartons auf der Arbeitsplatte, ein wenig Geschirr, zwei, drei Besteckstücke, Krümel. Ein Blick in die Pizzakiste: Das kann weg. Beni – so nennen die Auftraggeber Maria de Jesus Bröckl – schlüpft in die Schlappen und startet zum Sondierungsgang über die drei Etagen des Hauses im Vordertaunus. „Ich verschaffe mir immer erst einen Überblick“, sagt sie. Dann entscheidet sie, was neben den Standardarbeiten noch zu tun ist.

 

Beni hat schon an allen möglichen Orten als Putzfrau gearbeitet. Haushaltshilfe ist das vornehmere Wort dafür. Beni ist das egal. Sie macht sauber, räumt auf und organisiert Lebensräume, in Möbelhäusern, Krankenhäusern, Schnellrestaurants, psychiatrischen Einrichtungen und Altenheimen. Das hat sie schon in Brasilien getan. „Aber dort finden sie mit 30 keine Arbeit mehr“, sagt die 49-Jährige. Vor zwölf Jahren kam sie nach Deutschland.

 

Keinen Respekt

Am liebsten arbeite sie für Privatleute, betont sie, öffnet die Waschmaschine und sortiert die frisch gewaschene Wäsche auseinander. „Das dürfen Sie nicht in den Trockner tun, das wird immer kleiner“, sagt sie und hängt die Jeans auf. Nein, bei den industriellen Auftraggebern habe sie sich nicht wohlgefühlt. „Dort hat man keinen Respekt vor uns“, sagt sie. Privatleute schätzten die Hilfe viel mehr. Außerdem biete der große Nationenmix in Reinigungstrupps ein hohes Konfliktpotenzial. Sie sei gemobbt worden.

 

 

Jetzt arbeitet Beni im Auftrag von „Personal Cleaner“ in Privathäusern.

Beni schnappt mit der rechten Hand den Staubsauger und mit der linken Schrubber und Putzeimer und erklimmt die Treppe ins Erdgeschoss – keinen Weg mit leeren Händen gehen. Beides abgestellt, dann noch ein Stockwerk höher, ein Blick ins Bad, ins Kinder- und ins Gästezimmer und in den Kleiderschrank: „Sie haben nicht viel Platz. Deshalb habe ich aufgeräumt“, erklärt sie und rückt die Kleiderbügel zurecht. Ist noch alles an seinem Platz? Ein paar ordnende Handgriffe. Die Bügelwäsche liegt schon im Korb. Die ist später dran. Erst geht es wieder runter, aber nicht, ohne die Mülltüten von oben mitzunehmen. „In der Küche fange ich immer an.“

Jetzt gibt Beni Gas: Arbeitsplatte freiräumen, Müllbeutel verknoten und raus schaffen. Der gelbe Sack kommt in die Garage, die Glasglocke des Obsttellers wird per Hand gespült. Das Geschirr kommt in die Spülmaschine. Dann mit dem Schwamm einmal den kompletten Deckel des Gerätes abgewischt, von innen und außen, und wieder zu. Die Schublade unter dem Herd hat es nötig. Also alles raus. Die Backbleche weichen ein, während Beni auf den Knien vor dem Ofen liegt, mit der Staubsaugerdüse bis in letzten Winkel saugt. Sie schrubbt. Nur der Fleck am Ofenfenster geht nicht weg. „Das ist innen drin, zwischen den Scheiben, schon länger“, sagt sie fest. Und es wurmt sie.

 

Minuten später hat sie die Krümel im hohen Bogen von der Arbeitsplatte gefeudelt, den Tisch abgewaschen und die Stühle, Staub gewischt, die Kissen des Sofas ausgeschüttelt und den Kaufladen des Nachwuchses geordnet. Dann kann auch schon gesaugt werden. Beni läuft zu Hochform auf. Unterm rechten Arm die Staubsaugerdüse, in den Händen die Tischdecke. Ausschütteln. Hätte sie eine dritte Hand, würde sie gleichzeitig noch nass durchwischen. Und mit einer vierten Hand auch gleich noch die Wäsche zusammenlegen. Ja, Beni ist eine Bilderbuch-Perle.

 

Anekdoten aus ihrem Arbeitsalltag? Beni schlägt die Augenlider nieder. Es gäbe schon das eine oder andere Kuriose zu erzählen. Aber die gute Perle schweigt. „Die Menschen vertrauen mir und ich bin stolz, dass sie mir vertrauen.“ Natürlich bekomme sie einen tiefen Einblick in das Leben ihrer Auftraggeber. Manchmal mehr, als ihr lieb ist. Beni klopft auf ihren Oberschenkel. „Einmal, da hat sich eine Frau auf meinen Beinen ausgeweint. Aber ich komme damit klar, und es bleibt bei mir. Bei uns in Brasilien ist es so: Egal was passiert, wir sind fröhlich. Das sage ich auch manchmal den Leuten.“ Oft wird Beni zur Ratgeberin: Sei es bei der Wahl des Badezimmerreinigers, bei der Ordnung der Küchenschränke oder bei der Frage der Erziehung: „Ich hatte Respekt vor meiner Mutter, was sie sagte, das war Gesetz.“ Sie waren 16 Kinder.

 

Blitzblankes Haus

Beni ist im ersten Stock angekommen. Waschbecken und Dusche auswischen, Fliesen wienern, Boden putzen. Die Hauskatze rekelt sich schläfrig auf dem gemachten Bett. Bevor Beni geht, wird sie sich noch zu Wort melden. „Ich muss ihr noch etwas zu fressen geben“, sagt Beni und sortiert die Bügelwäsche vor. Wenn Beni nach vier Stunden die Tür hinter sich zuzieht, ist das Haus blitzblank, die Wäsche im Schrank und die Katze satt. Bis nächste Woche, dann kommt Beni wieder.

 

Pressemitteilung des BMWi
7.7.2015

Haushaltsnahe Dienstleistungen - Qualitätsstandards als Chance für Wachstum und legale Beschäftigung

Person putzt Treppengeländer, steht für Haushaltsnahe Dienstleistungen; Quelle: Fotolia.com/Edenwithin
 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat heute die Ergebnisse der Studie "Professionalisierung haushaltsnaher Dienstleistungen durch Entwicklung und Etablierung von Qualitätsstandards" veröffentlicht. Die Studie untersucht, ob und wie einheitliche Qualitätsstandards dazu beitragen können, den Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen zu professionalisieren und damit mehr legale Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Zudem wurden auch die zunehmend am Markt verfügbaren online-basierten Geschäftsmodelle hinsichtlich ihrer Markteffekte und Qualitätskriterien untersucht. Die Studie belegt, dass Anbieter von haushaltsnahen Dienstleistungen gerade bei der Kundengewinnung und Marktpositionierung von Qualitätsstandards profitieren können.

Für Kunden sind neben dem Preis vor allem Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und Sorgfalt zentrale Kriterien. Hier können Qualitätsstandards beschreiben, wie diese Kriterien konkret eingehalten werden und können zu mehr Kundenzufriedenheit und Kundenvertrauen sowie zu verbesserten Arbeitsbedingungen und höherer Attraktivität der Arbeitgeber führen. Eine höhere Qualität trägt zudem dazu bei, das Image der Branche zu verbessern und die Wertschätzung für haushaltsnahe Dienstleistungen zu steigern. Schließlich zeigt die Untersuchung auch, dass Kunden um so mehr bereit sind höhere Preise zu zahlen, je verbindlicher die Qualitätsstandards geregelt sind.

Wesentlich für die erfolgreiche Etablierung festgelegter Qualitätsstandards am Markt ist es allerdings, dass die Dienstleistung dadurch nicht teurer wird und dass Standards für alle Anbieter gleichermaßen gelten. Eine Checkliste, die die wichtigsten Qualitätsaspekte zusammenfasst, gibt Hinweise, welche Maßnahmen hilfreich sind und soll Anbietern haushaltsnaher Dienstleistungen die Möglichkeit geben, sich selbst zu überprüfen.

Der Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen mit rd. 1 Mio. Beschäftigten ist längst zu einem wichtigen Wirtschaftszweig herangewachsen und gilt als Wachstumsmarkt. Das Nachfragepotenzial wird auf rund 16 Mio. Privathaushalte geschätzt. Seit Beginn des Jahres 2014 gerät der Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen vor allem durch neue Online-Anbieter in Bewegung. Die bisher primär regional agierenden Klein- und Kleinstunternehmen konkurrieren nun mit international bzw. europaweit aufgestellten Online-Anbietern. Deshalb wurden im Rahmen der Studie auch online-basierte Geschäftsmodelle hinsichtlich ihrer Markteffekte und Qualitätskriterien in den Blick genommen. Ein positives Echo erhalten sie vor allem dafür, dass sie Tätigkeiten auf dem Schwarzmarkt durch legale Angebote starke Konkurrenz machen und damit einen positiven Beitrag für die Entwicklung der Branche leisten. Zudem ist die Buchung der Dienstleistung über die Plattformen für Kunden schnell und unkompliziert. Ein übergreifendes Problem der Online-Anbieter ist jedoch die Diskrepanz zwischen den beworbenen und dem tatsächlich angebotenen Leistungsumfang, rechtlichen Unklarheiten wie der steuerlichen Absetzbarkeit sowie dem Ausschluss von Gewährleistungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Checkliste sowie die Ergebnisse der Studie finden Sie hier (PDF: 428 KB).

FAZ vom 15.Januar 2005 "Putzen à la Carte"

Wer Bettina Silz anruft, hat oft ein zeitliches Problem "Land unter" nennt das die Chefin von PersonalCleaner, einem ausgefallenen Putzdienst aus Rödelheim. Dem verzweifelten jungen Mann, der nach durchfeierter Nacht erfährt, dass die Eltern früher ins derangierte Haus zurück kommen, den berufstätigen Eltern, die zwischen Windeln und Wäsche keinen Ausweg mehr sehen, schickt Silz ihre Mitarbeiterinnen.

 

Seit Ende 2004 bietet sie als Dienstleistung die Grundreinigung der Wohnung als Extras sind Bügeln und Einkaufen zu buchen. Die Leistungen werden mit dem Kunden indivduell vertraglich vereinbart - nach einem Hausbesuch. Denn die blosse Quadratmeterzahl gebe noch keinen Aufschluss über den tatsächlichen Arbeitsaufwand, sie müsse die Lage vor Ort kennen, sagt sie.

 

Die vollgestopfte Bibliothek, in der sich ein philosophierender Single zwischen Spinnweben vergrabe, erfordere einen ganz anderen Putzplan als eine helle moderne Wohnung mit vielen Freiflächen, sagt Silz. Da alle Räumlichkeiten anders geschnitten seien und sich in der Möblierung unterscheiden, entwerfe sie zunächst einen Wegeplan und entwickle daraus Zeitvorgaben für die einzelnen Putzschritte. "Wer selbst putzt, vertrödelt schlurfend Zeit", sagt sie.

 

Sechzig Prozent ihrer Kunden seien Banker, der Rest Freiberufler, Selbstständige sowie in- und ausländische Geschäftsleute, die auf Zeit in Frankfurt wohnten. Als gelernte Hotelkauffrau wisse sie, wie Räume auszusehen hätten, damit sich Vielbeschäftigte darin wohl fühlten.

 

Besonders schätzten ihre Kunden, dass die langwierige Suche nach einer vertrauenswürdigen Reinigungskraft entfalle.

 

Zu Ihrem Qualitätsmanagement gehöre, dass sie ihre Mitarbeiterinnen bei den ersten Arbeitseinsätzen in der Kundenwohnung begleitet. Diesen Service bietet PersonalCleanerin Silz im ersten Monat bei einer Dreizimmerwohnung mit 80 Quadratmetern ab 69 EUR wöchentlich an.

 


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